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ZEICHEN UND WUNDER

Vernissage am 29. November
ab 19 Uhr

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Wald Hochwald Holzfällen - Bornheimer Wochendblatt, 16. März 2011

 

 

Sehnsucht nach Natur

Ostend (if) - Gleich am Eingang beeindruckt ein großes, helles Gitter. Der Künstler Dietz Eilbacher hat es konstruiert, es ist gerade noch rechtzeitig vor der Vernissage fertig geworden. "Das Thema Wald beschäftigt uns schon seit Jahren. Jetzt endlich, passend zum internationalen Jahr des Waldes, konnten wir dazu eine Gruppenausstellung, an der sich sechs Künstler beteiligen, einrichten", freut sich Claudio Malasomma, mit seiner Firma Bellavista Film Gastgeber und Manager des Kunstblocks im Hof der Hanauer Landstraße 139.

 

Der Titel der Exposition geht auf den Autor Thomas Bernhard (1931 bis 1989) zurück, der im Februar dieses Jahres 80 Jahre alt geworden wäre. Sein Buch "Holzfällen" erzählt von der Sehnsucht nach einem Leben in der Natur und fern einer verlogenen Gesellschaft. Die Arbeiten von Herbert Aulich, mit 83 Jahren ältester Teilnehmer an der Exposition und Urgestein des Konstruktivismus, sind ein illusionäres Spiel zwischen Fläche und Raum. Seine Collagen, die Malerei und Fotografie verbinden, stellen die Natur als Schöpfung und ihre Bedrohung durch den Menschen in Beziehung zueinander. Der Städel-Absolvent Joachim Raab wurde in seiner Kindheit vom Wald geprägt. Seine Bilder abstrahieren die Farben des Waldes, reduzieren Formen zu Senkrechten, schichten Farben über- und nebeneinander. Der Künstler hat auch Fotografien beigesteuert, auf denen subtil den Geheimnissen des Kindheitsorts nachgegangen wird. Um "Die Stadt - eine Ortsbestimmung" geht es der Fotografin Susanne Esche in ihrer Serie.

 

Streifzüge durch Bornheim

Bornheim (red) - Der Bürgerverein und Förderkreis historisches Bornheim veranstaltet am Donnerstag, 17. März, ab 19.30 Uhr, in der Apfelweinwirtschaft "Eulenburg" (Eulengasse 46), wieder einen seiner Bernemer Babbelabende, diesmal mit seinem Vorsitzenden Bernhard E. Ochs, der sein neues Bornheim-Buch vorstellt. Das Buch erscheint im Frankfurter Societäts-Verlag und ist der Start für eine neue Reihe von Frankfurter Stadtteilführern unter dem Titel: "Die schönsten Streifzüge durch Frankfurt" (das WochenBlatt berichtete). Die Reihe beginnt, wie könnte es anders sein, selbstverständlich mit Bornheim. Der 55. Bernemer Babbelabend wird musikalisch untermalt vom Bornheimer Duo "U-Lala" und auch der Bornheimer Fotograf Bernd Löser, von dem die meisten Farbfotos stammen, ist dabei. Bornheims Charme ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt: Der vormalige Arbeiter-Stadtteil, einstmals wegen seiner vielen Apfelweinkneipen und seinem bunten Treiben das ,lustige Dorf' genannt, ist nun voller Boutiquen, Buchläden, Parks, Cafes, Biomärkten, historischen Kneipen und neuen Restaurants "Landschaftlich betrachtet besitzt Bornheim weder einen schneeweißen Palmenstrand, noch ein wildromantisches Alpenglühen, sondern nur drei Kilometer Berger Straße. Und auch architektonisch locken weder ein Märchenschloss, noch ein futuristisches GuggenheimMuseum, sondern nur ein bescheidenes Ensemble Gründerjahrhäuser am Uhrtürmchen sowie ein paar urige Kneipen in Fachwerkhäusern. Doch wer im Frankfurter Stadtteil Bornheim wohnt, wird sofort von Bernem in Besitz genommen", sagt Bernhard Ochs.

 

Sehnsucht nach Natur

Blättersammlungen an einem definierten Ort zu einer vorgegebenen Zeit werden so fotografiert, dass der Betrachter gleichzeitig mit dieser Momentaufnahme die ständige Veränderung des Motivs mitdenkt. Monumental auf den ersten Blick und filigran auf den zweiten sind die AluDibond-Fotoprints von Astrid Korntheuer. Sie lockt den Besucher in ihre Bilder, spielt mit Dunkel und Licht, führt von der ersten Imagination zum Detail. Der Maler und Galerist Richard Köhler hat sich dem Thema Mischwald künstlerisch genähert. Grau- und Blautöne fließen ineinander, Ocker und Grün kommen hinzu. Der bunt durchsetzte Wald ist für ihn eine Quelle der Farben und Formen. Neben dem großen Gitter hat der Bildhauer Dietz Eilbacher außerdem Skulpturen wie "Schwimmer", "Porto di Genova" und "Gehäuse für Gedanken", Zeichnungen und Monotypien ausgestellt. Er reduziert in seinen bildhauerischen Arbeiten auf Grundformen, arbeitet mit klassischen Materialien. Die Exposition, die sich mit vielen Aspekten des Waldes beschäftigt, ihn als Ort der Einsamkeit und Besinnung, der Angst und der Hoffnung, des Konflikts und des Arrangements zwischen Natur und Mensch darstellt, ist noch bis zum 27. Mai jeweils werktags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Am Freitag, 18. März, findet um 20 Uhr eine Lesung mit Camilla Zoller und Kurator Florian Koch statt, der aus Thomas Bernhards "Holzfällen" vortragen wird.

 

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